6. Start und 6. Sieg für die Österreicher Danner und Rieger bei der Tuareg Rallye Marokko auf PUCH/Mercedes G
Wie jedes Jahr im März fand auch dieses Jahr wieder die internationale TUAREG RALLYE Marokko statt - nochmals gewachsen und mit den meisten Teilnehmern in ihrer Geschichte.
Am Start weit über 200 Motorräder, davon etwa 180 in der Profi Klasse sowie über 30 Geländewagen (20 Profis), darunter auch ein großes englisches DAKAR Team (Rallye Raid UK). Am Steuer eines der Autos der „Chef“ selbst – Paul Round, zig-facher Dakar Teilnehmer!
Viele der Teilnehmer treffen bereits Freitag und Samstag in Mojacar in Südspanien ein, von wo aus der Konvoi Sonntag Morgen nach Almeria übersiedelt.
Am Start auch die bekannte deutsche Motorradfahrerin Tina Meier – diesmal allerdings nicht auf Ihrer DAKAR-Yamaha, sondern am Beifahrersitz eines Geländewagens – dem Toyota KDJ120 von Edo Mossi – ebenfalls ein DAKAR Teilnehmer.
Im Hafen von Almeria, dem offiziellen Treffpunkt, findet auch die technische Abnahme statt, Dokumente wurden verteilt und ausgefüllt, die Teilnehmer können sich erstmalig alle „beschnuppern“.
Im Hafen von Nador werden vor dem Start in die erste Etappe alle Teilnehmer gesammelt, was vor allem bei den 200 Motorrädern gar nicht so einfach ist:
Bereits am ersten Renntag in Marokko auf schnellen Pisten mit kniffeliger Navigation auf dem Weg von Nador nach Missor kristallisieren sich die Titelkandidaten bei den Autos heraus:
- Paul Round und Martin Coulson auf ihrem Desert Warrier
- Edo Mossi mit Beifahrerin Tina Meier auf Toyota KDJ120
- Die beiden V8 Range Rover von Lee Amtor/Ingo Tiarks sowie Rene Zeller/Bogo Vatovec
- Der Titelverteidiger Christof Danner mit Beifahrer Herwig Rieger
Die Motorradfahrer haben wieder einen Abstecher zum „Enduro Path“, wo sie angeblich viel Spaß haben …
Der 2. Tag führt über etwa 400 km und 2 Sonderprüfungen von Missor nach Merzouga. Die erste SP muß wegen einer weggerissenen Brücke verkürzt werden und besteht aus tollen, abwechslungsreichen Strecken durch Queds, weite Täler und Steppen. Generell ist in ganz Marokko sehr viel Wasser bzw. entsprechende Schäden zu sehen.
Hauptcharakteristikum der 2. SP ist die Gegend um Erfoud mit dem gleichnamigen Paß sowie extrem schnelle Pisten durch eine Ebene bis zur Rückseite des Erg Chebi.
Bereits da dezimiert sich die Liste beständig – das Desert Warrier Team verpasst einen versteckten Checkpoint und kassiert 4 Strafstunden, der Toyota von Mossi hat kleinere technische Probleme.
Am nächsten Tag geht’s durch 3 verschiedene Sandgebiete, verbunden durch abwechslungsreiche Pisten mit spannender Navigation bis knapp an die algerische Grenze.
Danner/Rieger überholen nach kurzer Zeit den Desert Warrier von Paul und Martin, der nun bis zum Ziel in der Staubfahne dranbleibt („wo Danner ist, ist richtig“) – nächster Tagesssieg für den Titelverteidiger!
Der entscheidende Tag jeder Tuareg Rallye aber ist die Königsetappe – 4 unterschiedliche Runden im Erg Chebi, mit Checkpoints gespickt, um die Einhaltung der vorgegebenen Strecken zu gewährleisten.
Die Motorräder haben einen Le Mans Start, was bei so vielen Teilnehmern en eindrucksvolles Erlebnis ist.
Von Beginn an haben Danner/Rieger 5 – 6 „Anhänger“ die sich aber schnell reduzieren. Lediglich Paul und Martin sowie eines der Polaris „Quads“ bleiben dran.
Edo Mossi muß den Großteil des Tages auf seine Beifahrerin Tina Meier verzichten – sie ist seekrank …
Am Ende eines langen Tages – 8 _ Stunden Dünen – gehen der PUCH und der Desert Warrier Kopf an Kopf durchs Ziel – Doppelsieg für Danner und Round!
Entsprechend der Plazierung vom vergangenen Tag gehen Round und Danner als erste in den Dünenrundkurs, wo für die Profiteams 4 identische Runden um und durch den Erg Chebi zu fahren sind.
Das PUCH/Mercedes Team führt inzwischen mit einer Stunde vor Amthor/Tiarks und kann etwas entspannter fahren – Platz 4 beim Rundkurs.
Attraktion des Tages ist wieder die Bezwingung der Hausdüne durch die Motorradfahrer – ein tolles Spektakel! Die letzte DK ist auf der 300 m hohen Düne – jeder muß zum Stempeln rauf – mit oder ohne Motorrad!
Der nächste Tag führt den Tross bereits wieder Richtung Missor. Auf der langen schnellen Piste ist Amthor zwar schneller, lässt aber Zeit bei einer kleinen navigatorischen Unsicherheit liegen – der Abstand Danner/Amthor bleibt somit weiter konstant.
Die „Schlucht ohne Namen“ – meist als Speziale gefahren – ist heuer wegen der vergangenen Regefälle und der damit verbundenen Auswaschungen zu gefährlich und wird nur als Navigationsetappe gefahren.
Der letzte Renntag in Marokko besteht aus 2 Sonderprüfungen und 2 Navigationsetappen. Auch in letzteren gibt es Checkpoints und ein Zeitlimit – also werden sie auch höchst konzentriert und genau gefahren.
Die erste SP besteht fast ausschließlich aus schnellen Pisten, die zweite führt durch steinige Queds und durch Ebenen mit hunderten Pisten, von denen es die richtigen zu finden gilt.
Für die Führenden heißt das, cool und gewissenhaft zu navigieren – Speed ist jetzt nicht mehr gefragt! Trotzdem liegen die Führenden ganz knapp zusammen!
Das Ziel der letzten Navigationsetappe ist der Hafen von Nador, wo der Papierkram erledigt wird.
Am Morgen nach der Überfahrt geht’s auf der Autobahn nach Carboneras, von wo die Navigationsetappe nach Sopalmo beginnt wie früher durch das Hinterland von Tabernas, wo zahllose Western gedreht wurden – u.a. auch „Der Schuh des Manitou“.
In Sopalmo wird heuer nach einigen Jahren Pause endlich wieder das Flußbett in Wertung "hinuntergebrettert" - was bei ca. 300 Teilnehmern Stunden dauert. Immerhin müssen alle im Ziel sein, da das Flußbett an des Strand eine Sackstraße ist!
Anschließend formiert die Orga die Aufstellung für den Einlauf bzw. die Überführung zum Hotel – mit Polizeieskorte, den Ambulanzen, den Siegern und dann dem „Rest“ des Feldes.
Am Parkplatz des Marina Playa wird der Troß bereits von allen erwartet – Orga, Serviceteams, Zuschauer. Dann geht’s richtig los - ausgelassene Stimmung, Burn outs, Bier, Champus, Gratulationen,....
Am Abend nach dem Essen im Irish Pub findet die "Winnerparty" statt, inklusive der inzwischen traditionellen Stripperin.
Martin und Rainer in bester Co-Moderation bringen nochmals die Highlights auf den Punkt, ein während der Veranstaltung entstandenes Lied wird von „Fruit“ präsentiert, dann werden die Pokale verteilt – und die „Tuareg Heads“ für alle, die kene DKs verpasst haben (bei den Autos diesmal nur 2 ..).
Um Mitternacht noch eine unerwartet Einlage – fast alle Orgamitglieder umringen unseren Tisch und lassen Herwig und mich hochleben, werfen uns fast bis an die Decke usw. – wir haben beide am 23.3. Geburtstag!!!!!!!!
Gute Laune gibt’s noch gratis bis zur Sperrstunde ………………
Eine schöne Tuareg Rallye Marokko neigt sich ihrem Ende zu – mit einem weiteren Erfolg für das DANNER-RACING TEAM!
Text und Fotos : Christof Danner