Der erste wirkliche Rallyetag brachte die Teilnehmer tief in die Wüste. Nach den 286 Kilometern hatte Marc Coma bei den Motorrädern die Nase vorne.
Leonid Novitskiy gewann eindeutig mit fast einer halben Stunde Vorsprung bei den Autos. Der Sonntag war allerdings noch einer der leichtesten Tage der Rallye.
Marc Coma kam nach 3:09.53 Stunden und damit als Schnellster im Ziel an. 5.22 Minuten langsamer war Francisco Lopez. Der Chilene war zwischenzeitlich schneller unterwegs gewesen als der Tagessieger, verlor im letzten Abschnitt der Prüfung jedoch an Zeit und fiel auf Platz zwei zurück.
Rang drei belegte James West, dem am Ende 12.06 Minuten auf die Spitze fehlten. David Casteu kam mit einem Rückstand von 12.27 Minuten im Ziel an.
Besonders die Hitze machte den Teilnehmern zu schaffen. Entweder flockte das Benzin aus oder die eigene Kraft ließ nach.
So erging es auch dem Österreicher Georg Schöniger. Er bestreitet seine erste Wüstenrallye und musste nach rund der Hälfte auf die Straße ausweichen, um ins Biwak zu kommen. Die Hitze war zu hoch für ihn und jetzt warten einige Strafstunden auf ihn. Thomas Schattat kam als 61. ins Ziel, sein Sohn Tony Rang 63.
Wie erwartet, baute Novitskiy bei den Autos seinen Vorsprung weiter aus. Er erreichte souverän mit 27.35 Minuten vor dem zweitplatzierten Engländer Ian Baker das Ziel.
Doch der Russe hatte auch Glück: er schlug mehrmals gegen Dünenwände und zerbeulte sich so die Frontpartie seines BMW.
Mohammed Al-Hameli der ohne Copilot die Rallye bestreitet, wurde mit einem Rückstand von 32.47 Minuten Überraschungs Dritter.
Der gestrige zweitplatzierte Benedktas Vanagas musste aufgeben, da sich sein Beifahrer Sailius Jurgelenas nach einer harten Landung in den Dünen am Rücken verletzt hatte. Er wurde sofort ins Krankenhaus von Liwa geflogen. Dort konnten keine Verletzungen gefunden werden, um aber auf der sicheren Seite zu sein, wurde er ins Madinat Zayed Hospital verlegt.
Das Vater-Sohn-Gespann Alheli musste die erste Etappe langsamer angehen. Der Magen des Sohnes Mansoor ist noch nicht dünenfest und er musste sich mehrfach übergeben.
Der italienische IVECO Truck, pilotiert von Bonetti Posedal Miclavez, durfte heute nicht antreten. Er hatte sich während des Prologes unglücklich auf die Seite gelegt und sich dabei den Käfig beschädigt.
Die Abu Dhabi Desert Challenge mutiert immer mehr zur Zweiklassengesellschaft: während die Profis mit dem Bedingungen ganz gut zurecht kommen, kämpfen die Amateure mit der Strecke und der Hitze.
Dabei stehen die wirklich hohen Dünen erst morgen auf dem Programm.
Da am Abend immer noch viele Piloten in den Dünen unterwegs waren, entschied die Organisation die Etappe nach 261 der 305 Kilometer abzubrechen. So ist es kein Wunder, dass Leonid Novitskiy seinen Vorsprung bei den Autos immer weiter ausbauen kann.
Bei dem Motorrädern bilden Marc Coma und Francisco Lopez weiterhin die Speerspitze.
Nach dem zweiten Tag hat Novitskiy bereits einen Vorsprung in der Gesamtwertung eineinhalb Stunden auf seine Verfolger Mark Powell und Laurent Rosso.
Alleine heute machte der Russe ungefähr 45 Minuten auf die beiden gut. Powell, Rosso, Abdulla Al Heiraz und Abdulbari Bin Sougat kämpften um die Plätze hinter Novitskiy.
Doch Al Heraiz wurde später durch ein defektes Getriebe gestoppt.
Ebenfalls Pech hatte das saudische Fahrerpaar Al Muhanna/Al Sanad - sie kamen zu schnell über einen Dünenkamm. Nach dem Sprung überschlug sich das Auto mehrfach. Ob der Nissan Patrol bei der dritten Etappe an den Start gehen kann, steht noch nicht fest – auf jeden Fall müssen die Mechaniker heute Nacht ran.
Bei den Motorrädern sieht es da um einiges enger aus. Den Sieg auf der zweiten Etappe sicherte sich der Südafrikaner Sean Gaugain. Er legte die 305 Kilometer in 4:25.03 Stunden zurück und war damit zehn Minuten schneller als James West und zwölf Minuten schneller als Francisco Lopez.
David Casteu und Marc Coma folgen auf den Rängen vier und fünf mit einem Rückstand von 13.34 bzw 14.09 Minuten.
Damit führt Coma die Gesamtwertung 3.03 Minuten vor Lopez an.
Gaugain, West und Casteu folgen auf den Plätzen. Aber selbst dem fünftplatzierten Franzosen fehlen nur 11.42 Minuten auf den Führenden.
Die Hitze am zweiten Tag sprengte auch das Vater-Sohn-Gespann Schattat. Vater Thomas gab bei PC1/ KM 73 auf. „Ich komme mit der Hitze nicht klar“, meinte er am Abend im Biwak.
Sein Sohn Tony verrenkte sich den Rücken, als er seine Yamaha aufhob – er kam mit dem Besenwagen ins Ziel.
Die morgige Etappe, die längste der Rallye lässt er aus, um sich wieder zu erholen und steigt am Mittwoch wieder in die Rallye ein.
Der Österreicher Georg Schöninger hatte sich bereits heute eine Auszeit gegönnt. Er will morgen an den Start gehen, ist sich aber nicht sicher, ob er die gesamte Etappe bestreiten kann.
Heute stand die längste und wohl auch härteste Etappe der Abu Dhabi Desert Challenge auf dem Programm. Wie schon in den letzten Tagen hatte Leonid Novitskiy souverän die Nase vorne, obwohl auch er eine Stunde in den Düne festhing. Man kann sich vorstellen, wie es dann den anderen Teilnehmern erging.
Bei den Motorrädern gewann Jakub Przygonski, Marc Coma konnte trotzdem seinen Vorsprung in der Gesamtwertung weiter ausbauen.
Nur noch der Defektteufel könnte Novitskiy den Sieg bei der Desert Challenge verbauen. Der Russe liegt nach drei Tagen in der Gesamtwertung mit 2:31.44 Stunden vor dem Franzosen Laurent Rosso. Auch dessen zweiter Platz ist eigentlich in trockenen Tüchern, hat er doch über sechs Stunden Vorsprung auf Abdul Bari-Bin Sugat.
Die beiden erstplatzierten können es also in den letzten zwei Tagen ruhig angehen lassen. "Das Abu Dhabi Empty Quarter ist nicht so einfach zu meistern", erklärt Novitskiy. "Aber durch meine Führung kann ich mich gut auf das Terrain einstellen und gut durch den Sand navigieren".
Der Brite Mark Powell hatte gestern noch den zweiten Platz für sich in Anspruch genommen, doch ein Problem mit der Servolenkung warf ihn heute aus dem Rennen. Doch er verspricht: "Morgen bin ich wieder da".
Einigen Teilnehmern war die Etappe zu schwer und sie wichen auf die Straße aus, um ins Biwak zu kommen.
Obwohl Coma bei den Motorräder heute nur als Dritter ins Ziel kam, baute er seinen Vorsprung in der Gesamtwertung von drei auf zwölf Minuten aus. Allerdings hat heute auch sein direkter Verfolger um den Sieg gewechselt. Hatte gestern noch Francisco Lopez Rang zwei inne, war es nach der dritten Etappe Sean Gaugain. Lopez erwischte ein technisches Problem, das ihm zum Anhalten zwang.
Mit einer Zeit von 4:52.39 Stunden war Przygonski heute als Schnellster im Ziel, nur fünf Minuten langsamer war der Niederländer Sebastian Husseini. Auf Rang vier kam der Franzose David Casteu ins Ziel vor James West.
Casteu liegt durch den Ausfall von Lopez nun auf dem dritten Rang der Gesamtwertung. "Ich bin mit der Sherko sehr zufrieden, der Motor läuft nun schon seit drei Tagen bei 40 Grad Hitze ohne Probleme", erklärt der Franzose. "Zur Sicherheit wechseln wir ihn aber heute abend. Uns stehen drei Motoren während der Rallye zu Verfügung".
Der Deutsche KTM Händler Middle East Tim Trenker konnte zu Beginn mit der 5er Gruppe an der Spitze mithalten. Doch dann warf ihn ein Sturz auf den zwölften Platz zurück. "Ich hatte wahnsinnig Glück. Ich kam über mehrere kleine Dünen, sprang gegen die dritte Düne und flog über 15 Meter. Ich hatte wahnsinniges Glück, dass mir außer einer Rückenprellung nichts passiert ist", meinte er im Ziel.
Nicht so viel Glück hatte James West, er brach sich nach einem Sturz zwei Rippen. Trotzdem will er morgen an den Start gehen.
Thomas Schattat ging heute frustriert an den Start, dabei ärgerte er sich nicht über seine Maschine, sondern über seine schlechte Kondition. Trotzdem setzte er sich zum Ziel, die Hälfte der Prüfung zu schaffen.
Mit großen Optimismus waren Georg Schöninger und sein Mechaniker angereist, doch schon nach 25 Kilometern stellte er seine KTM in den Dünen ab. "So schwer habe ich mir das nicht vorgestellt", gestand er später später im Briefing.
Das X-Raid Team kann schon mal so langsam den Sekt kaltstellen. Leonid Novitskiy baute seine Führung bei der Abu Dhabi Desert Challenge mit seinem BMW weiter aus. Damit ist sein morgiger Sieg bei einem Vorsprung von 3:37.32 Stunden eigentlich nur noch reine Formsache.
Für X-rapid wäre es nach Nasser Al Attiyah und Guerlain Chicherit der dritte Sieg in Folge. Marc Coma hingegen büßte etwas Vorsprung auf seine Verfolger.
Novitskiy dominierte auch die vierte Etappe deutlich: mit einem Vorsprung von über einer Stunde kam er im Ziel an. Zweiter wurde der Franzose Laurent Rosso, der damit seinen zweiten Rang in der Gesamtwertung festigen konnte. Auch der dritte Gesamtrang steht mit Yannick Comagnac so gut wie fest. Wirklich eng ist nur noch der Kampf um Platz vier: Abdul Bari-Bin Sudat und Joseph Rosso trennen nur acht Minuten.
Für Marc Coma kann es morgen doch noch einmal spannend werden. Der Spanier kam heute 2.40 Minuten hinter seinem Verfolger in der Gesamtwertung Sean Gaugain ins Ziel. Dem Südafrikaner fehlen damit knapp zehn Minuten auf Rang eins. Rang drei sicherte sich James West vir Jakub Przygonski. Da David Casteu nur auf dem siebten Platz heute ins Ziel kam, konnte West Rang drei in der Gesamtwertung übernehmen - Casteu liegt 1,5 Sekunden hinter ihm auf Platz vier.
Am Abend wurde der 18 jährige Tony Schattat geehrt von Mohammed Ben Sulayem, dem Organisator der Abu Dhabi Desert Challenge, als jüngster Teilnehmer im Fahrerfeld.
Der Hattrick für das Team X-Raid ist geschafft: Leonid Novitskiy und sein Beifahrer Andy Schluz sicherte sich bei der Abu Dhabi Desert Challenge 2010 den Sieg.
In den beiden Jahren zuvor hatten Nasser Al Attiyah und Gerlain Chicherit, die beiden mit Tina Thörner unterwegs waren, gewonnen.
Ein Hattrick für das Team von Sven Quandt.
Bei den Motorräder holte Marc Coma seinen nun vierten Sieg bei der Desert Challenge.
Novitskiy konnte es durch seinen sehr komfortablen Vorsprung in der Gesamtwertung heute sehr ruhig angehen lassen und war trotzdem eine Stunde schneller unterwegs als der Rest der Autos. Laurent Rosso, der sich den zweiten Gesamtplatz sicherte, bewegte seinen Nissan heute wie ein rohes Ei durch die Prüfung, um seine sehr gute Position nicht zu gefährden und kam als Fünfter ins Ziel.
Abdul Bari Bin Sugat fuhr die zweitschnellste Zeit und schaffte es damit sich den dritten und letzten Platz auf dem Podium zu sichern. Er verdrängte den Franzosen Yannick Comagnac, der nur als 15. in Ziel kam und zu viel Zeit verlor.
Sieger der letzten Etappe bei den Motorrädern wurde Francisco Lopez, der die 443 Kilometer in 3:28.42 Stunden bewältigte und damit 54 Sekunden schneller war als der Gesamtsieger Coma. Dessen schärfster Konkurrent Sean Gaugain wurde im Kampf um den Sieg von seinem Motorrad im Stich gelassen. Die Honda streikte am zweiten Kontrollpunkt. Von diesem Problem profitierte auch James West, der dadurch auf den zweiten Gesamtrang kletterte.
Freude und Leid beim Vater-Sohn-Gespann Schattat. Vater Thomas durfte heute nicht mehr in die Speziale. Auf dem Weg zum Start war ihm das Ventil am Vorderrad abgerissen. Leider brauchte er zu lange zur Tankstelle, um den Schaden zu reparieren. Da Nowitsky schon gestartet war, durfte er nicht mehr in die Speziale. "Meine erste Rallye die ich nicht voll durch gefahren bin, ich bin frustriert," ärgerte er sich. Sein Sohn Tony hingegen hat heute die Hälfte der Speziale absolviert. Später im Hotel meinte er: "Es war meine erste große Rallye und dann nur Sand Etappen und die große Hitze - ich konnte nicht die volle Distanz bewältigen. Aber Übung macht den Meister".
Der Österreicher Schöninger hat den mittleren Teil der Etappe abgekürzt und ist später durchs Ziel gefahren. "Von Tag zu Tag habe ich mehr Km absolviert. Trotz der unglaublichen Hitze hat mir meine erste Sandrallye viel Spaß gemacht", strahlte er im Ziel.
Abkürzen ist bei der Abu Dhabi Dester Challenge nichts ungewöhnliches. Viele Teilnehmer haben nicht die komplette Distanz hinter sich gebracht. Man darf aus einer Etappe aussteigen und am nächsten Tag wieder antreten – wenn auch mit einer satten Strafrunde.
Trotzdem bleibt die Chance im Sand Erfahrungen zu machen und zu lernen.
Leider müssen die Teilnehmer heute auf die Siegesrampe verzichten, da der Bruder von Scheich Kalifa tödlich in Marokko verunglückt ist und für drei Tage Staatstrauer angesagt ist im Emirat Abu Dhabi.
Leider lagen bei Redaktionsschluß noch keine endgültigen Endergebnisse vor.
Es gab am heutigen Nachmittag eine längere Sitzung mit den FIM und FIA Kommissaren.
Endergebnisse Autos:
1. Leonid Novitskiy (RUS)/ Andy Schulz (D) BMW
21h 32m 27s
2. Laurent Rosso (F)/Francois Borsotto (F) Nissan
26h 43m 03s
3. Abdul Bari-Bin Sugat(ARE)/Ali Mirza (ARE) Nissan
34h 40m 00s
4. Joseph Rosso (FRA)/Jean Lurquin (BEL) Nissan
35h 17m 22s
5. Yannick Comagnac (FRA)/Jean-Luc Martin (FRA) Bowler
37h 25m 20s
6. Saeed Al-Hameli (ARE) Nissan
42h 10m 55s
7. Fady Melki (LBN)/Mario Mitri (LBN) Landrover
47h 52m 40s
8. Matar Al-Mansoori (ARE)/Rabab Al-Tajir (ARE) Nissan
51h 06m 26s
9. Ibrahim Al-Muhanna (SAU)/Osama Al-Sanad (SAU) Nissan
52h 22m 15s
10. Ian Baker (GBR)/Sheila Baker (GBR) Nissan
52h 25m 22s
11. Malcom Anderson (GBR)/Mark Schofield (GBR) Landrover
57h 04m 41s
12. Michael Ziegler (USA)/Maurice Doreleijers (NZL) Toyota
59h 49m 00
13. Vadym Nesterchuk (UKR)/Timur Timanov (UKR) Toyota
75h 28m 19
14. Jiri Janecek (CZE)/Viktor Chytka (CZE) Toyota
80h 37m 29s
15. Artur Ardavichus (LTU)/Denis Berezovskiy (KAZ) Toyota
82h 27m 12s
16. David Mabbs (GBR)/Xavier Caminada (FRA) Toyota
83h 43m 56s
17. Steven Rotsaert (BEL)/Stefaan Vanbesien (BEL) MAN
103h 41m 36s
18. Emil Khneisser (LBN)/Patrick MacMurren (GBR) Ford
116h 59m 50s
19. Wouter Leenknegt (BEL)/Steven Wybo (BEL) MAN
119h 47m 33s
20. Dave Ingles (BEL)/Yves Dewulf (BEL) Toyota
143h 29m 15s
21. Samy Alshammary (SAU)/Abdullah Alshammary (SAU) Isuzu
166h 31m 45s
Endergebnisse Motorräder:
1. Marc Coma (E) KTM
20h 26m 09s
2. James West (GB) KTM
20h 47m 48s
3. David Casteu (F) ShERCO
20h 57m 05s
4. Jacek Czachor (PL) KTM
21h 46m 25s
5. Tim Trenker (D) KTM
21h 52m 02s
6. Miran Stanovnik (SLO) KTM
21h 56m 18s
7. Jakub Przygonski (PL) KTM
22h 27m 41s
8. Obaid Echtibi (UAE) HONDA
23h 10m 13s
9. Jason Sockett (GB) HONDA
32h 16m 12s
10. Steve You (F) HONDA
23h 21m 46s
11. Francisco Arredondo (GUA) KTM
24h 01m 33s
12. Colin Mercer (GB) SUZUKI
24h 14m 32s
13. Vicky White (GB) HONDA
24h 14m 40s
14. Rafal Sonik (PL) HONDA
24h 17m 23s
15. Roman Krejci (SZ) YAMAHA
24h 41m 28s
37. Francisco Lopez (CHL) APRILIA
30h 34m 33s
52. Thomas Schattat (D) YAMAHA
88h 02m 26s
56. Tony Schattat (D) YAMAHA
188h 03m 09s
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